1. Schritt zur Selbstorganisation: Reduzieren

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1. Schritt zur Selbstorganisation: Reduktion
1. Schritt zur Selbstorganisation: Reduktion

In 4 Schritten zum nötigen Minimum an Selbstorganisation ist unser Thema. Im ersten Schritt geht es darum, aus viel möglichst wenig zu machen: Reduzieren ist angesagt. Wir hatten, mit Unterstützung des Hirnforschung, das allgegenwärtige „Multitasking“ bereits als schädlichen Mythos entlarvt und ihm die Forderung „Eins nach dem Anderen“, neudeutsch als „Single-Tasking“ bezeichnet, entgegengehalten. Es geht uns also nach wie vor darum, unsere Aufgaben möglichst konzentriert und störungsfrei zu erledigen und am Beginn dieses Projekts steht die Reduktion.

Reduktion für die Selbstorganisation nutzen: 4 Schlüssel-Bereiche

Ohne, dass wir zu Ultra-Minimalisten oder Zen-Meistern werden müssen, sollten wir uns in den folgenden 3 Bereichen ernsthaft um das Reduzieren bemühen. Alle folgenden Schritten hin zu einem sinnvollen Minimum an Selbstorganisation und Zeitmanagement werden uns dadurch wesentlich leichter fallen:

  • Kommunikation konzentrieren
  • Werkzeuge reduzieren
  • Eine einzige Aufgabenliste
  • E-Mails und Aufgaben verbinden

Kommunikation konzentrieren

Telefon, E-Mail, Meetings, Gespräche auf dem Flur oder im Büro, Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat, Slack und so weiter und so fort. An Kommunikationskanälen mangelt es uns wahrlich nicht, im Gegenteil. Die Devise lautet hier: So wenige Kanäle wie möglich. Bevor Sie also – um ein im Moment häufig gesehenes Beispiel zu bringen – Slack in der Firma einführen, stellen Sie zumindest folgende Fragen: Kann der Bedarf wirklich nicht durch die vorhandenen Kommunikationskanäle abgedeckt werden? Ist das neue Tool wirklich für unseren spezifischen Bedarf geeignet. Jeder Kommunikationskanal ist eine potentielle Ablenkung von der Arbeit. Je mehr Kommunikation ich also über ein und denselben Kanal abwickeln kann, desto besser. Hinterfragen Sie jeden Ihrer Kanäle: Brauche ich den wirklich? Und dann versuchen Sie, das oder eines der Kommunikationsmedien, auf die Sie tatsächlich nicht verzichten können, zu ihrer Kommunikationszentrale zu machen. Wenn das, wie bei vielen, die E-Mail ist, dann sorgen Sie dafür, dass so viel Kommunikation wie möglich per E-Mail bei Ihnen ankommt.

Werkzeuge reduzieren

Was für die Kommunikationskanäle gilt, gilt auch für andere Werkzeuge: Je weniger, desto besser. Die Welt ist voller hübscher Apps und Computerprogramme, die alle Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Zeit wollen. Faustregel: Schaffen Sie neue Werkzeuge erst dann an, wenn Ihre Bordmittel an der Aufgabe, die Sie haben, wirklich scheitern. Und: Die Beweislast der Nützlichkeit liegt immer beim Werkzeug; wenn Sie etwas nicht benutzen, dann weg damit.

Eine einzige Aufgabenliste

Ja, ich hatte sie auch, die hübsche, bunte Sammlung von Post-its rund um den Bildschirm, daneben die Aufgabenverwaltung in Outlook und dann noch eine To Do-Liste im Notizbuch. Selbst wenn Sie zu den wenigen gehören, die trotz dezentraler Aufgabenverwaltung nie etwas vergessen, verschwenden Sie Zeit und Energie, wenn Sie Ihre Aufgaben nicht an einem einzigen Ort pflegen. Und: Wie wollen Sie vernünftig priorisieren, wenn Sie Ihre Aufgaben vor der Prioritätsentscheidung immer erst mühsam zusammensuchen müssen? Also: Egal ob mit Stift auf Papier, in der To Do-App oder im Mailprogramm: Bitte nur eine Liste mit allen Aufgaben.

E-Mails und Aufgaben verbinden

Jede E-Mail ist eine Aufgabe und sei es „löschen“, richtig? Warum dann nicht alle Aufgaben zu E-Mails machen? Anders: Wenn Sie erkannt haben, dass E-Mails zu den Kommunikationskanälen gehören, auf die Sie nicht verzichten können und Ihr E-Mail-Programm daher eines Ihrer wichtigsten Werkzeuge ist, warum dann nicht den nächsten Schritt machen und Aufgaben und E-Mails vereinen? Was das bringt? Wieder eine Liste weniger, die Sie im Auge behalten müssen! Wie das geht, steht hier.

Weitere Artikel der Serie „4 Schritte zur Selbstorganisation“:

2. Schritt: Sortieren

3. Schritt: Planen & Priorisieren

4. Schritt: Konzentriert arbeiten

 

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

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