Ziele erreichen 101 – Was sind meine Ziele?

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Was sind meine Ziele?
Was sind meine Ziele?

Ganz offensichtlich habe ich mit dem Thema „Was sind meine Ziele“ ein Problem. Woran ich das merke? WordPress (die Software, mit dem ich diesen Blog bestreite) listet mittlerweile 7 „Revisionen“ für den Entwurf „Was sind meine Ziele?“. Ich befinde mich also im 8. Anlauf. Aber warum? Trifft das Thema einen wunden Punkt? Vielleicht. Geht es ans Eingemachte? Gut möglich. Muss ich da jetzt durch? Yep.

Was ist ein Ziel?

Fangen wir langsam an: Was ist ein Ziel? Ein Ziel kann vieles sein, aber der Kern ist für mich, dass ein Ziel einen Zustand beschreibt, den ich mir wünsche, den ich verwirklicht sehen will. Das sagt noch nichts über das Ausmaß oder den Inhalt eines solchen Ziels aus. Es bedeutet aber, dass ein Ziel, um mein Ziel sein zu können, eine gewisse Wichtigkeit für mich hat und dass diese Wichtigkeit im Erreichen des Ziels liegt. Oder anders gesagt: der Weg ist nicht das Ziel, außer das Ziel ist der Weg.

Kann alles ein Ziel sein?

Wie gesagt: wir haben noch kein Wort darüber verloren, welche Ausmaße oder welchen Inhalt ein Ziel haben kann. Denn die Antwort ist: jede und jeden. Ein Ziel kann Lebensziel-Größe haben („Haus gebaut, Baum gepflanzt, glückliche Kinder großgezogen.“) oder sehr übersichtlich sein („Diesen Monat alle Belege pünktlich an den Steuerberater geschickt.“). Wir haben private, ebenso wie berufliche Ziele, langfristige und kurzfristige. Diese Offenheit des Begriffs „Ziel“ übersetzt sich in der Praxis in eine klare Stärke: Wenn ich eine Methode gefunden habe, die mir das Erreichen meiner Ziele ermöglicht, kann ich diese für Ziele jeden Ausmaßes und Inhalts verwenden.

Ziele bestimmen

Aber so weit sind wir noch nicht. Denn zunächst geht es ja erst einmal darum, zu bestimmen, welche Ziele ich habe.  Und dafür stellt die soeben gerühmte Offenheit des Begriffs durchaus ein praktisches Problem dar: Wenn im Prinzip alles ein Ziel sein kann, wie finde ich heraus, welches meine Ziele sind? Und wenn ich mehr als ein Ziel habe, wie wähle ich aus, welche(s) meiner Ziele ich wirklich angehen will? Natürlich haben sich bereits viele kluge Köpfe Gedanken zu diesen Fragen gemacht. Sehen wir uns also einmal zwei Ansätze an, die eine gewissen Prominenz für sich beanspruchen können:

Stephen Coveys Methode in „7 Habits“

Stephen Covey empfiehlt in „7 Habits“ – längst ein Klassiker der Selbstorganisations- bzw. Management-Literatur -, sich den eigenen Tod vorzustellen und sich die die Frage zu stellen, was man gern über sich in der entsprechenden Grabrede hören würde. Diejenigen erreichten Ziele, die es in die Grabrede schaffen, sind nach Covey diejenigen, deren  Erreichen man unbedingt angehen sollte.

Ryder Carrolls Methode für „Bullet Journals“

Ryder Carroll, im Moment als Erfinder der „Bullet Journal“-Methode in aller Munde, empfiehlt, Ziele in privat, kurz-, mittel und langfristig einzuteilen. Konkret plädiert er dafür, zwei Listen à 5 Kategorien anzufertigen. Sowohl für private als auch für berufliche Ziele soll man aufschreiben, was man in den nächsten zwei Stunden, den nächsten 2 Tagen, den nächsten 3 Wochen, 4 Monaten und 5 Jahren erreicht haben möchte. In jeder dieser dann insgesamt 10 Felder (5 Zeitspannen x (privat + beruflich)) solle man dann jeweils nur ein Ziel aussuchen, dessen Erreichung man aktiv angeht.

Was fällt auf? Folgt man Covey, tendiert die eigene Ziele-Liste zum sehr großen, Lebensziel-Artigen. Folgt man Carroll, ist das Gegenteil der Fall: Wenn bereits Dinge, die ich in 2 Stunden erreicht haben kann, Ziele sein sollen, dann droht dem Begriff vielleicht doch eine gewisse Beliebigkeit. Ja wie denn nun? Dazu mehr in der nächsten Woche.

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

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