Ziele erreichen 101 – Was sind meine Ziele?

Lesezeit ca. 3:00 min

Was sind meine Ziele?
Was sind meine Ziele?

Ganz offensichtlich habe ich mit dem Thema „Was sind meine Ziele“ ein Problem. Woran ich das merke? WordPress (die Software, mit dem ich diesen Blog bestreite) listet mittlerweile 7 „Revisionen“ für den Entwurf „Was sind meine Ziele?“. Ich befinde mich also im 8. Anlauf. Aber warum? Trifft das Thema einen wunden Punkt? Vielleicht. Geht es ans Eingemachte? Gut möglich. Muss ich da jetzt durch? Yep.

Was ist ein Ziel?

Fangen wir langsam an: Was ist ein Ziel? Ein Ziel kann vieles sein, aber der Kern ist für mich, dass ein Ziel einen Zustand beschreibt, den ich mir wünsche, den ich verwirklicht sehen will. Das sagt noch nichts über das Ausmaß oder den Inhalt eines solchen Ziels aus. Es bedeutet aber, dass ein Ziel, um mein Ziel sein zu können, eine gewisse Wichtigkeit für mich hat und dass diese Wichtigkeit im Erreichen des Ziels liegt. Oder anders gesagt: der Weg ist nicht das Ziel, außer das Ziel ist der Weg.

Kann alles ein Ziel sein?

Wie gesagt: wir haben noch kein Wort darüber verloren, welche Ausmaße oder welchen Inhalt ein Ziel haben kann. Denn die Antwort ist: jede und jeden. Ein Ziel kann Lebensziel-Größe haben („Haus gebaut, Baum gepflanzt, glückliche Kinder großgezogen.“) oder sehr übersichtlich sein („Diesen Monat alle Belege pünktlich an den Steuerberater geschickt.“). Wir haben private, ebenso wie berufliche Ziele, langfristige und kurzfristige. Diese Offenheit des Begriffs „Ziel“ übersetzt sich in der Praxis in eine klare Stärke: Wenn ich eine Methode gefunden habe, die mir das Erreichen meiner Ziele ermöglicht, kann ich diese für Ziele jeden Ausmaßes und Inhalts verwenden.

Ziele bestimmen

Aber so weit sind wir noch nicht. Denn zunächst geht es ja erst einmal darum, zu bestimmen, welche Ziele ich habe.  Und dafür stellt die soeben gerühmte Offenheit des Begriffs durchaus ein praktisches Problem dar: Wenn im Prinzip alles ein Ziel sein kann, wie finde ich heraus, welches meine Ziele sind? Und wenn ich mehr als ein Ziel habe, wie wähle ich aus, welche(s) meiner Ziele ich wirklich angehen will? Natürlich haben sich bereits viele kluge Köpfe Gedanken zu diesen Fragen gemacht. Sehen wir uns also einmal zwei Ansätze an, die eine gewissen Prominenz für sich beanspruchen können:

Stephen Coveys Methode in „7 Habits“

Stephen Covey empfiehlt in „7 Habits“ – längst ein Klassiker der Selbstorganisations- bzw. Management-Literatur -, sich den eigenen Tod vorzustellen und sich die die Frage zu stellen, was man gern über sich in der entsprechenden Grabrede hören würde. Diejenigen erreichten Ziele, die es in die Grabrede schaffen, sind nach Covey diejenigen, deren  Erreichen man unbedingt angehen sollte.

Ryder Carrolls Methode für „Bullet Journals“

Ryder Carroll, im Moment als Erfinder der „Bullet Journal“-Methode in aller Munde, empfiehlt, Ziele in privat, kurz-, mittel und langfristig einzuteilen. Konkret plädiert er dafür, zwei Listen à 5 Kategorien anzufertigen. Sowohl für private als auch für berufliche Ziele soll man aufschreiben, was man in den nächsten zwei Stunden, den nächsten 2 Tagen, den nächsten 3 Wochen, 4 Monaten und 5 Jahren erreicht haben möchte. In jeder dieser dann insgesamt 10 Felder (5 Zeitspannen x (privat + beruflich)) solle man dann jeweils nur ein Ziel aussuchen, dessen Erreichung man aktiv angeht.

Was fällt auf? Folgt man Covey, tendiert die eigene Ziele-Liste zum sehr großen, Lebensziel-Artigen. Folgt man Carroll, ist das Gegenteil der Fall: Wenn bereits Dinge, die ich in 2 Stunden erreicht haben kann, Ziele sein sollen, dann droht dem Begriff vielleicht doch eine gewisse Beliebigkeit. Ja wie denn nun? Dazu mehr in der nächsten Woche.

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

Ziele erreichen vs. Ziele verfehlen – wo ist normal?

Lesezeit ca. 3:10 min

Ziele erreichen - Ziele verfehlen: wo ist normal?
Ziele erreichen – Ziele verfehlen: wo ist normal?

Es war einmal eine Frau, die alle ihre Ziele erreichte und nie eines verfehlte. Als sie starb, war sie der glücklichste Mensch der Welt. Glauben Sie nicht? Vermutlich zu Recht. Je nachdem, wen man fragt, ist Ziele erreichen das Schwerste oder Leichteste auf der Welt. Und solche Behauptungen sind vermutlich ebenso sehr von der jeweiligen Selbstwahrnehmung beeinflusst, wie von Lebenssituation, Kommunikationsstrategie oder momentaner Stimmung. Was Andere über das Erreichen von Zielen sagen, könnte uns herzlich egal sein, wären da nicht zwei Faktoren: Erstens haben wir bereits festgestellt, dass die Frage, ob wir Ziele erreichen oder verfehlen für die meisten von uns ein wichtiger Faktor des persönlichen Wohlergehens ist (zum Artikel Ziele erreichen – Warum eigentlich?). Zweitens kommen wir, wenn wir denn vorhaben, künftig mehr unserer Ziele zu erreichen, nicht um irgendeine Form von Maßstab herum und da wirken die allgegenwärtigen Erfolgsgeschichten (und Misserfolgsgeschichten!) – so sind wir Menschen nun einmal – beinahe unwiderstehlich.

Ziele erreichen vs. Ziele verfehlen – Der Maßstab

Nun bestreitet niemand die inspirierende Wirkung von Erfolgsgeschichten einerseits und das Beruhigungs-Potential von Beispielen des Scheiterns (auch) anderer. Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich allerdings stark dazu tendieren, weder die Perfektion, noch deren Gegenteil als taugliche Messlatte für die Praxis gelten zu lassen. Wenn diese Praxis bedeutet, dass ich beschlossen habe, mehr Zeit und Energie in das Erreichen meiner Ziele zu investieren, dann stellt sich schnell die Frage, wo im Spektrum von Ziele erreichen und Ziele verfehlen „normal“ ist. Denn wenn ich etwas ändern will, ist irgendeine Art von Erfolgskontrolle notwendig – wie sonst weiß ich, ob mein Änderungs-Vorhaben funktioniert hat oder ich in die falsche Richtung laufe?

Ziele erreichen – was ist mein „normal“?

Das einprägsamste Beispiel für intelligente Erfolgskontrolle, das ich je am eigenen Leib erfahren durfte, wurde mir erst im Nachhinein als solches deutlich: Vor gut 13 Jahren befand ich in einer weniger glücklichen Phase meines Lebens und hatte bereits zahlreiche Ärzte, Therapeuten und Behandlungsmethoden durchlaufen, um mich meiner Rückenschmerzen zu entledigen. An einem Wintertag unternahm ich einen neuen Anlauf in dieser Richtung und suchte einen Schmerzmediziner auf, der mich zu meiner Überraschung zunächst bat, in die Webcam seines Computers zu sehen; er mache immer Fotos von neuen Patienten. Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, der Mann erwies sich nicht als Wunderheiler, aber als guter Ratgeber und erfrischender Gesprächspartner. Einige der Dinge, die ich in den nachfolgenden Jahren unternahm, um meine Schmerzen in den Griff zujbekommen, geschahen auf seinen Rat. Als ich drei Jahre später wieder einmal zu ihm in die Praxis kam – eigentlich unzufrieden, da meine Schmerzen immer noch nicht komplett verschwunden waren – begrüßte er mich wieder mit der Bitte um ein Foto, er habe gesehen, dass das, was er von mir habe, nicht mehr aktuell sei. Er machte das Foto, schmunzelte forderte mich dann auf, mir die beiden Bilder anzusehen.

Ein Foto vom IST

Es kam, was vermutlich kommen musste, was mich aber in jenem Moment dennoch völlig überraschte. Das „alte“ Bild zeigte einen blassen Mann mit verschlossenem Gesicht, das neue einen mit gesunder Gesichtsfarbe und offenem Blick. Der Arzt grinste mich breit an und ich musste lachen. Meine Unzufriedenheit, dass nach mittlerweile 5 Jahren meine Schmerzen noch immer nicht völlig verschwunden waren, hatte der Erkenntnis (oder vielleicht richtiger: dem Eingeständnis) Platz gemacht, dass es mir nicht nur deutlich besser ging, sondern dass sich mein Leben längst nicht mehr um die Schmerzen drehte.

Mein Punkt ist klar geworden, denke ich: Wenn Ihr Ziel ist, mehr Ihrer Ziele zu erreichen, dann ist die Benchmark, um die es eigentlich geht, nicht irgendwer, sondern Sie selbst, Ihr eigenes „IST“. Sie möchten etwas verändern, also ein „neues Normal“ erreichen. Einer der ersten Schritte sollte daher sein, Ihr gegenwärtiges Normal festzuhalten. Wie das praktisch gehen kann, werden wir uns in nächster Zeit genauer ansehen.

 

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

Ziele erreichen – Warum eigentlich?

Lesezeit ca. 3:30 min

Ziele erreichen - warum eigentlich?
Ziele erreichen – warum eigentlich?

Ziele sind seit einiger Zeit so etwas wie der Fetisch der Management- und Ratgeber-Literatur und ihren digitalen Pendants. Überall geht es ums „Warum“(oder ums „Why“), um die „eigentlich wichtigen Dinge“ oder um „Führen durch Ziele“. Auch in diesem Blog ist „Ziele“ das am häufigsten vergebene Schlagwort und ich propagiere in unseren Seminaren „Ziele erreichen“ als Grund, sich überhaupt mit Selbstorganisation & Zeitmanagement zu beschäftigen. Es wird höchste Zeit, dass wir uns mit dem Thema Ziele näher beschäftigen. Und am Anfang steht die Frage, was überhaupt dran ist, am Ziele erreichen.

Ziele erreichen – ein Wohlstandsthema?

Das „Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache“ (ein phantastischer Spielplatz für alle Sprach-Nerds), teilt uns mit, dass die Verwendung des Worts „Ziel“ in deutschen Zeitungen seit 1945 stark ansteigt und um 1970 herum einen Höchststand erreicht. Danach sehen wir einen Rückgang mit einer auffälligen Senke um 1990. Seither geht es wieder bergauf. Nehmen wir diesen Verlauf „beim Wort“, liegt die Interpretation nahe, dass Ziele vor allem dann Konjunktur haben, wenn das Leben sich nicht (mehr) ausschließlich um die Sicherung der Grundbedürfnisse dreht. Ist ein gewisser Grad an Wohlstand und Sicherheit erreicht, wird die „Selbstverwirklichung“ zum Thema und damit die Frage, wie ich denn meine eigenen Ziele erreiche.

Ziele vs. Notwendigkeiten

Die Abwesenheit von Krieg, Hunger und anderen existentiellen Fragen, führt offenbar dazu, dass ich das in den Blick nehme, was nicht von außen als Notwendigkeit an mich herangetragen wird, sondern was ich mir wünsche. Verstärkt wird dies durch die Tatsache, dass seit den 1960er Jahren Mitbestimmung und Eigenverantwortung in viele Arbeitsverhältnisse Einzug gehalten haben. Sprich: Nicht nur im Privaten, sondern auch am Arbeitsplatz habe ich heute in vielen Fällen mehr Möglichkeiten – vielerorts geradezu die Verpflichtung – meine eigenen Ziele in Angriff zu nehmen.

Die Macht der Ziele

Wie alles, was mit Selbstverwirklichung, Autonomie etc. verknüpft ist, haben unsere Ziele als Leitfaden unseres Tuns ein großes Potenzial – und zwar in zwei Richtungen. Ein Ziel zu erreichen, dass wir uns selbst gesteckt haben, steigert unseren Selbstwert, unsere Zufriedenheit und unsere Motivation enorm. Ziele erreichen macht glücklich ist kein falscher Gedanke. Auf der anderen Seite ist wenig frustrierender als das dauerhafte Verfehlen der eigenen Ziele, gerade für Menschen, für die Perfektionismus kein Fremdwort ist. In Arbeitskontexten, in denen die eigenen Ziele weitgehend das eigene Tun bestimmen, wie etwa bei Selbstständigen oder im Chefsessel Sitzenden, fällt dieses Verhältnis nochmals extremer aus. So sehr mir ein Arbeitsverhältnis zuwider wäre, in dem ich als reiner Befehlsempfänger fungiere, so sehr hat der „Dienst nach Vorschrift“ und klaren Vorgaben, die ich mir nicht selbst setzen „muss“, zumindest ab und zu auch einen gewissen Reiz.

Ziele erreichen – darum

Je mehr ich also die Möglichkeit habe, mich auch im Berufsleben nach meinen eigenen Zielen zu richten und Erfolg mit dem Erreichen meiner Ziele gleichsetzen kann, umso mehr Verantwortung habe ich natürlich auch für mein Tun. Das kann manchmal erdrückend sein – eine Wahrheit, die im ganzen „New Work“-Hype gern übersehen wird. Dennoch werden Sie mir zustimmen, dass wir hier eigentlich von einer luxuriösen Situation sprechen – wer will denn zurück in die quasi-militärische Arbeitswelt der 1950er? Eben. Freiheit kommt nach wie vor mit Verantwortung. Und je mehr Freiheit wir haben, uns um unsere eigenen Ziele zu kümmern, desto größer wird eben auch die Verantwortung uns selbst gegenüber, unseren Zielen eine echte Chance zu geben. Wenn es stimmt, dass wir unseres Glückes Schmiede sind, dann sind unsere Ziele das Roheisen und wir sollten uns die richtigen Werkzeuge aneignen, um das Beste daraus zu machen.

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

AGILEMENT-Seminar: In 2019 Ihre Ziele erreichen, statt nur Ziele zu haben!

AGILEMENT - Erreiche was Dir wichtig ist
AGILEMENT – Erreiche was Dir wichtig ist

Im Tagesgeschäft kämpfen so viele Dinge um unsere Aufmerksamkeit, dass unsere Ziele viel zu oft nicht unsere volle Konzentration bekommen. Wir müssen also aktiv daran arbeiten, den Dingen, die uns wirklich wichtig sind, im Alltag den Raum und die Zeit zu verschaffen, die sie verdienen.

Dafür brauchen wir ein sinnvolles Minimum an Selbstorganisation. Genau das ist AGILEMENT – Agiles Management für jeden Tag. Wir laden Sie ein, AGILEMENT persönlich bei einem Seminar in Berlin kennenzulernen.

Wir freuen uns sehr über die große Resonanz und haben noch 3 Restplätze zur Verfügung, die wir Ihnen mit Rabatt anbieten:

Zeit & Ort:

Freitag, 25.01., 10 bis 17 Uhr in Berlin Friedenau, Cranachstraße 46

Preis:

€ 225,- statt regulär € 450,- (noch 3 Plätze verfügbar)

Anmeldungen über info@erhardt-kellner.de!

Start with why? Das Warum in den Tag bekommen

Lesezeit ca. 3:00 min

Start with Why - Jeden Tag Warum?
Start with Why – Jeden Tag Warum?

Das Warum lässt uns noch nicht ganz los. Ich gebe es zu, Simon Sinek hat einen Nerv getroffen, mit seinem „Start with Why“. Aber da sind wir ja in guter Gesellschaft. Nach wie vor geht es uns darum, nicht beim „Start“ stehenzubleiben, sondern zu versuchen, unser „Why“ (=unsere Ziele, das, was uns wichtig ist) auch zu erreichen. Heute also: Wie schaffen wir es, unser Warum auch wirklich in unseren Tag zu bekommen? Denn – bis dahin waren wir letzte Woche gekommen – um ein Ziel zu erreichen, müssen wir an ihm arbeiten. Oder anders: Was nützt es mir, mein Warum zu kennen, wenn es in dem, was ich täglich tue, keine Rolle spielt?

Das Warum in den Tag bekommen: Ziele festhalten

Nehmen wir also einmal an, wir wissen, was unsere Ziele sind; beruflich oder auch privat. Um ihnen eine faire Chance zu geben, müssen wir sie zunächst festhalten. Das klingt einfach und ist es auch; grundsätzlich genügen dazu Stift und Papier. Zwei Dinge gibt es meiner Erfahrung nach aber zu beachten:

  1. Zu Beginn des zweiten Semesters (laaang ist’s her…) habe ich mal meine Ziele für das nächste Jahr aufgeschrieben. Sah gut aus, fühlte sich auch gut an. Das resultierende Blatt Papier habe ich dann allerdings erst zweieinhalb Jahre später an der Pinnwand „wiedergefunden“, als ich diese in einer Umzugskiste verstauen wollte. Ziele an einem Ort zu formulieren, den wir nicht im Blick haben, macht also wenig Sinn.
  2. Aber unsere Ziele einfach zu unseren Aufgaben in die To Do-Liste zu schreiben, ist ebenfalls problematisch, denn wir vermischen hier Dinge, die nicht zusammengehören. Um ein extremes Beispiel zu bringen: An „Die Welt verbessern“ und „Milch kaufen“ werden Sie nicht in gleicher Weise herangehen. Der Effekt der Vermischung ist entweder der, dass unsere Ziele in unseren Aufgaben untergehen (die Gefahr ist ohnehin groß im Klein-Klein des Tagesgeschäfts). Oder – ebenso fatal -, dass uns der Blick auf unsere (nicht erreichten) Ziele vom konzentrierten Abarbeiten unserer Aufgaben ablenkt.

Das Warum in den Tag bekommen: Ziele zu Aufgaben machen

Was für die Methode gilt, Ziele festzuhalten, gilt analog auch für die Art und Weise, Ziele zu Aufgaben zu machen: Was das richtige Hilfsmittel für Sie ist, hängt von Ihrer Arbeitsrealität ab. Die entscheidende Frage bei der Übersetzung von Zielen in Aufgaben ist die, ob und wann etwas „dran“ ist. Diese Frage hat zwei Komponenten: Zunächst müssen Sie Klarheit über das „etwas“ bekommen. Damit ist gemeint, dass um ein Ziel erreichen, meist mehrere Schritte zu gehen, also Aufgaben zu erledigen sind. Und um diesen Weg zum Ziel zu beschreiten, müssen Sie Klarheit über den jeweils nächsten anstehenden Schritt bekommen. Am oft gehörten „Ziele herunterbrechen“ ist grundsätzlich nichts falsch. Diejenige mit ihrem Ziel verknüpfte Aufgabe, die in Ihre Aufgabenliste gehört, ist aber die, die zuerst ansteht und nicht so sehr die, bis zu der es noch 5 gegangener Schritte zuvor bedarf.

Und auch der nächste Schritt auf meinem Weg zum Ziel muss nicht zwingend heute dran sein. Es kann sehr viel sinnvoller sein, meine Aufgabenliste nicht mit einer weiteren Aufgabe zu verlängern – auch wenn es die richtige ist – wenn ich schon genau weiß, dass ich erst in einer Woche Zeit für ihre Erledigung haben werde. Das geradezu klassische Instrument der Wiedervorlage zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft, dass nicht ohne Grund in vermeintlich modernen Werkzeuge wie Gmail (wieder) zu finden ist, ist oftmals die bessere Wahl, als das direkte Einspeisen in die Liste der aktuellen Aufgaben. Denn eine (zu) lange Aufgabenliste kann durchaus und unnötiger Weise demotivierend wirken.

Freiheit für Ihr Warum: Ziele im Tagesplan

Über das Festhalten Ihrer Ziele und die Entscheidung, welcher Schritt auf dem Weg zum Ziel jeweils „dran“ ist, haben Sie Ihr Warum nun sozusagen bis zur Startlinie gebracht. Und jetzt kommt es darauf an: Sie können alle vorbereitenden Schritte optimal in Ihrem System umgesetzt haben, dennoch entscheidet der nächste Schritt letztlich darüber, ob Ihr Warum wirklich Teil Ihrer Realität wird, oder nicht: Es geht darum, die Aufgaben, die Sie Ihren Zielen näher bringen, auch wirklich in Ihrem Tagesplan ankommen zu lassen. Tagesplan? Klingt irgendwie nach Schule; eng und fremdbestimmt. Das Gegenteil ist der Fall: Ein realistischer Tagesplan ist vermutlich dasjenige Instrument der Selbstorganisation mit der größten Hebelwirkung. Nichts sonst wir Ihnen so viel Freiheit für Ihr Warum einräumen, wie ein vernünftig geplanter Tag.

Nächste Woche steht er daher im Mittelpunkt, der Tagesplan.

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

Start with Why? Sinn und Selbstorganisation

Lesezeit ca. 2:30 min

Start with Why - Sinn und Selbstorganisation
Start with Why – Sinn und Selbstorganisation

Letzte Woche hatte ich mich dazu hinreißen lassen, einige eher allgemeine Überlegungen zu Simon Buch Sineks „Start with Why“ anzustellen. Heute wird es persönlich; vielleicht wird es sogar etwas weh tun. Die Frage lautet: Wie steht es um die Beziehung zwischen meinem „Warum“ und meinem „Wie“? Wie beeinflussen die Beweggründe meines Handelns die Art und Weise, wie ich mich selbst organisiere und umgekehrt? Kurz: Was hat das Warum mit der Selbstorganisation zu tun?

Das Warum als Motivation

Das Grundverhältnis zwischen Wie und Warum erscheint recht einfach: Selbstorganisation ist für die meisten von uns ein Thema mit Höhen und Tiefen; mal priorisiere und plane ich konsequent, mal eben nicht (wenn überhaupt).  An anderer Stelle hatte ich daher ausgeführt, dass es letztlich ums Dranbleiben geht: Ich muss neue Gewohnheiten schaffen, um die Vorteile vernünftiger Selbstorganisation für mich nutzen zu können. Aber neue Gewohnheiten schaffen sich nicht über Nacht, auch wenn (oder vielleicht gerade weil ;-)) sie gut für mich sind. Ich denke, Sie wissen, was kommt: Sie werden sich mit dem Dranblieben (oder auch mit dem wieder Anfangen) leichter tun, wenn Sie sich über das Warum im Klaren sind. Intrinsische Motivation ist nun mal die beste.

Die dunkle Seite: Selbstorganisation als Indikator

Wir haben es also in dieser Warum-Wie-Beziehung gewissermaßen mit einem Spiegelbild der Warum-Was-Beziehung zu tun: Ich werde grundsätzlich das, was ich tue, eher und dauerhafter tun, wenn ich von seinem Sinn überzeugt ist, oder mir „Sinn gibt“. Dementsprechend sieht auch die „dunkle Seite“ der Grundbeziehung zwischen meiner Selbstorganisation und meinem Warum aus: Wenn ich trotz dauerhafter, ernsthafter Bemühungen das Gefühl habe, das ich meinen (Arbeits-)Tag nicht in den Griff bekomme. Wenn ich routinemäßig das System, das ich mir zur Verbesserung meiner Selbstorganisation geschaffen habe, umgebe und „betrüge“, dann kann das zwei Gründe haben: Entweder das System passt nicht zu mir oder zu meiner Arbeitssituation und ich sollte es anpassen. Oder – und das wäre so einer der anfangs vermuteten Schmerzpunkte – das was ich tue hat mit dem, was ich eigentlich tun will, mit meinen Zielen, einfach zu wenig zu tun. Die Konsequenzen müssen wir hier, denke ich, nicht ausbuchstabieren. Aber ohne das Feld der Selbstorganisation mit zu viel Bedeutung aufladen zu wollen, kann die Tatsache, dass ich trotz bester und einfachster Werkzeuge meine Prioritäten, meine Aufgaben oder meinen Tag nicht in den Griff bekommen, eben auch ein Problem anzeigen, das außerhalb der Sphäre von Tagesplan und To Do-Liste liegt.

Start with Why: Wie kommt mein Warum in meinen Tag?

Nehmen wir also an, Sie haben eigentlich Klarheit über ihr „Why“; sie wissen, warum Sie morgens aufstehen und manchmal erst spät abends nach Hause gehen. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch! In dieser Situation sind wir längst nicht alle. Sie können nun also ganz wörtlich mit Ihrem Warum starten. Unabhängig davon, ob ihr Warum mit ihren konkreten Zielen identisch ist oder ob diese sich von jenem ableiten, ist es mit dem Starten aber nicht getan. Einerseits lehrt uns die Erfahrung, dass die Chance auf Verwirklichung meiner Ziele steigt, wenn ich in der Lage bin, sie hinreichend konkret zu formulieren. Die Welt zu verbessern ist – ganz ehrlich – ein mögliches Warum und auch ein gutes Ziel. Angesichts des IST-Zustands des Planeten (und das war schon immer so; früher war – da bin ich sicher – NICHT alles besser) ist dieses Ziel, wird es nicht konkretisiert, aber wohl eher geeignet, mich zu blockieren, denn mich anzutreiben. Und:  auch das konkreteste und am besten zu meinem Warum passende Ziel ist eines nicht: ein Selbstläufer. Um ein Ziel zu erreichen, müssen wir an ihm arbeiten.

Nächste Woche also ganz konkret: Wie schaffe ich es, sicherzustellen, dass ich nicht nur Ziele habe, sondern an ihrer Verwirklichung arbeite. Wie kommt mein Warum in meinen Tag?

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

Start with Why? Die Frage nach dem Warum

Lesezeit ca. 1:45 min

Start with Why - Die Frage nach dem Warum
Start with Why – Die Frage nach dem Warum

Wo man auch hinsieht oder hinhört in der Business-Welt dieser Tage, Simon Sineks Buch „Start with Why“ ist – so scheint es – immer nur 5 Minuten entfernt. Die ausgesprochene oder unausgesprochene Frage nach dem „Why“, dem Warum des eigenen Tuns ist auf dem Weg, eine Art verpflichtendes Glaubensbekenntnis zu werden; „Sag mir dein Why, sag‘ ich Dir meins.“

Das Warum: Marketing-Instrument, aber…

Klar, auch bei Sinek wird aus dem Why, dem Warum, dem Grund, warum man etwas tut, schon nach kurzer Zeit ein Marketing-Instrument. Dennoch besitzt die naturgemäß leicht vernutzbare Aussage nach den Beweggründen des Tuns einer Person oder eines Unternehmens einen Kern, der über die Bedeutung eines guten Werbe-Claims („Wir lieben Lebensmittel!“) hinausgeht. Dass die gelingende Selbstverwirklichung maßgeblich davon abhängt, ob ich weiß, warum ich etwas tue und ob dieses Warum für mich etwas Wichtiges, Wertvolles darstellt, ist so wahr wie offensichtlich.

Der Niedergang des stillen Warum

Dennoch haftet dem öffentlichen Kundtun der Beweggründe für mein Tun hierzulande etwas eindeutig Kalifornisches an. Proklamationen des Warum waren in Nachkriegs-Deutschland zugespitzt formuliert eigentlich nur etwas für den Bundespräsidenten und die Psychotherapie. Wer hätte am Arbeitsplatz über die Gründe seiner Job-Wahl gesprochen? Über Gründe redet(e) man nicht, man hat(te) sie und außerdem hatte man zu tun. Und gesamtgesellschaftlich war die Begründungsebene bis ins späte 20. Jahrhundert ja auch ideologisch abgedeckt, in einer erstaunlichen Mischung aus Idealismus, Post-Kantianischer Naivität und hartleibiger Wurstigkeit. Nach der Wende fielen – leider, muss man sagen – in Ost und West die Tabus. Es kamen „Ausländer raus“ einerseits und „Gier ist gut“ andererseits; die Vorläufer von „Lügenpresse“ und „Geiz ist Geil“ sozusagen.

Get rich or die tryin‘

Im geschäftlichen Kontext schien die Frage nach dem Warum dennoch weiter beantwortet; mit 50 Cents „Get rich or die tryin'“ war eigentlich alles gesagt. Und dann verkündete Bill Gates plötzlich, dass er nicht Millionen, was klassische „Charity“ gewesen wäre, sondern Milliarden für soziale Zwecke umzueignen gedenke. Mit verständlichem Misstrauen haben wir das beäugt. Seitdem sind einige Jahre ins Land gegangen und durch all die Website-tauglichen (und steuerlich sinnvollen) Plattitüden von „Corporate Social Responsibility“ hindurch und im Einklang mit dem Selbstbewusstsein einer gutausgebildeten und erfolgsgewohnten jungen ökonomischen Elite manifestiert sich das latente, gesellschaftlich nicht mehr vorgegebene Warum als individualistische Frage, die zur Beantwortung zwingt.

Was das alles mit Selbstorganisation zu tun hat? Berechtigte Frage, auf die ich nächste Woche eine Antwort versuchen werde. Aber das hier musste erst mal raus…

Dr. Andreas KellnerAndreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.

AGILEMENT Webinar: Ernst machen mit der Selbstorganisation

Lesezeit ca. 0:25 min

AGILEMENT Webinar - Ernst machen mit der Selbstorganisation
AGILEMENT Webinar – Ernst machen mit der Selbstorganisation

Wie beginne ich, wenn ich wirklich ernst machen will mit Selbstorganisation nach AGILEMENT? Was mache ich am ersten Tag, was am zweiten? Was danach?

Im AGILEMENT Webinar am 29.06. habe ich versucht, Schritt für Schritt und Tag für Tag genau diese Frage zu beantworten. Konkret geht es um folgendes:

1. Aufräumen (Posteingang, E-Mail-Programm, Schreibtisch)
2. Eine vernünftige Aufgabenverwaltung
3. Priorisierung
4. Ausblick: Ziele, wiederkehrende Aufgaben, Tagesplanung

Das Video zeigt die komplette Aufzeichnung dieses Webinars.

AGILEMENT Praxis: Aufgaben mit Anhang durch Mail an mich selbst

Lesezeit ca. 0:50 min

AGILEMENT Praxis: Aufgaben mit Anhang durch Mail an mich selbst
AGILEMENT Praxis: Aufgaben mit Anhang durch Mail an mich selbst

Jede E-Mail stellt eine Aufgabe für uns dar; Dinge, die ich tun muss. Wenn wir uns nun Zeit für die Dinge verschaffen wollen, die uns wirklich wichtig sind – unsere Ziele – dann ist es unbedingt notwendig, effizient mit unseren Aufgaben umzugehen.

Einfach und mächtig: E-Mail an mich

Alle E-Mails (=Aufgaben) aus unserem Posteingang, landen zunächst in unserem DO-Ordner. Somit haben wir genau EINE Liste, in der alle unseren aktuellen Aufgaben erfasst sind. Es gibt aber auch Aufgaben, die nicht über eine E-Mail auf uns zukommen, sondern z.B. bei Telefonkonferenzen oder auf Zuruf entstehen. Klare Empfehlung in diesen Fällen: E-Mail an mich selbst.  Besonders gut geeignet ist die Mail an mich selbst, wenn ich für eine Aufgabe einen Anhang benötige. Wie das am einfachsten funktioniert zeigen wir Euch in einem kurzen Video:

AGILEMENT Praxis: Aufgaben mit Anhang durch Mail an mich selbst

Das Ziel im Mittelpunkt – AGILEMENT-Seminar in Stuttgart

Lesezeit ca. 1:20 min

Sieht nach Arbeit aus? Die Themen der Teilnehmer beim AGILEMENT-Seminar in Stuttgart
Sieht nach Arbeit aus? Die Themen der Teilnehmer beim AGILEMENT-Seminar in Stuttgart

 

In jedem AGILEMENT-Seminar kristallisiert sich sehr schnell heraus, welches Thema den Teilnehmern besonders am Herzen liegt. So auch am letzten Freitag in Stuttgart. Diesmal war das Thema Ziele dasjenige, das für den meisten Gesprächsstoff sorgte und bei dem der Schuh offenbar bei vielen der Teilnehmer im Alltag besonders drückt.

Wie man Ziele erreicht, statt sie nur zu haben

Was sind eigentlich Ziele? Wie unterscheiden sie sich von Aufgaben? Wie sorgt man dafür, dass man sie im Auge behält, an ihrer Umsetzung tatsächlich arbeitet und tatsächlich erreicht? Große Fragen, denen man nur beikommt, wenn man sie im Alltag ganz konkret und nicht theoretisch löst. „Was muss ich dafür genau tun?“, ist auch beim Thema Ziele erreichen der entscheidende Punkt und vielen Teilnehmern ist bewusst geworden, dass genau deshalb eine realistische Tagesplanung oft der Schlüssel zum Erfolg ist.

Jetzt heißt es für alle: dranbleiben und den Schwung des Seminars mit in den Alltag nehmen. Zunächst aber vielen Dank an alle Teilnehmer und die Teams von Der Kreis GmbH in Leonberg und Matchplan GmbH in Stuttgart; es hat viel Spaß gemacht!

Dr. Andreas Kellner

Andreas Kellner ist Vater zweier Töchter, promovierter Politikwissenschaftler und Geschäftsführer dreier Firmen. Selbstorganisation war für ihn lange reine Notwehr, heute gibt er Seminare zum Thema.